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Didaktische Analyse

Zielsetzung

Ziel der Unterrichtsstunde ist es, Altäre auf verschiedenen Ebenen zu verstehen und auch die Rolle von dargestellten Figuren soweit zu erfassen, dass sie dargestellt werden kann. Im Vordergrund steht jeweils die Geschichte aus dem Neuen oder Alten Testament oder die Legende, die von der  jeweiligen Schülergruppe intensiv untersuchten Altar zu Grunde liegt.

Der Schwerpunkt des St. Annen-Museumsbesuchs ist damit die Erschließung von Inhalten der Altardarstellungen. Dafür sind fünf Altäre ausgesucht worden, die z.T. bedeutsam und durch Art oder Inhalt ihrer Darstellungen für den Unterricht geeignet sind.

Es ist darauf geachtet worden, dass die Themen gestreut sind damit die gegenseitige Vorstellung der Altäre durch Schülergruppen sich sinnvoll ergänzt.

Für die S geht es darum, über die Bilder und Skulpturen Zugang zu  Themen der christlichen Tradition zu finden oder diese zu vertiefen. Im Vordergrund stehen weniger die Stilmittel und Techniken der Kunst aber dafür mehr die Geschichten, Legenden und biblischen Erzählungen, die den Darstellungen zu Grunde liegen. Die Schülerinnen und Schüler versetzen sich mit Standbildern in die Rollen der Personen, die auf Gemälden und durch Skulpturen dargestellt sind.  Die Rollen dargestellter zentraler Figuren werden darüber hinaus mit gesprochenen Texten und Gedanken erlebbar und es wird z.T. die Bedeutung von Symbolen erschlossen.

In der Präsentation des mit der eigenen Gruppe vorbereiteten Altars werden die Sachinformationen kurz referiert. Anschließend stellt jede Gruppe ein Standbild und spricht aus dieser Position die vorbereiteten Gedanken und Gefühle. Mit dieser handlungsorientierten Präsentation wird auch der emotionale und affektive Kontext der Darstellung erlebbar. (Sollte eine Schülergruppe lieber die Szene spielen, sollte die Lehrkraft entscheiden, ob die Besuchersituation im Museum das gerade zulässt. Anderenfalls ist die Variante in der Schule später realisierbar.)

Möglicher unterrichtlicher Kontext vor und nach dem Museumsbesuch:

Im Unterricht vor dem Museumsbesuch könnte ein anderer Altar gezeigt werden, um die S schon auf die Beschreibung von Geschichten, Ausdrucksdetails und u.U. auch grotesken Figuren schon vorzubereiten. Diese Aspekte würde der Isenheimer Altar z.B. erfüllen.

In der Stunde nach dem Museumsbesuch kann der jeweils schwerpunktmäßig bearbeitete Altar gezeichnet werden. Dabei könnte es auf den Informationsgehalt der Erinnerung ankommen.

Bezug zum Lehrplan

Das fächerübergreifende Unterrichten ist verbindlich laut dem Lehrplan für evangelische Religion. Der Besuch der Altarsammlung des St. Annen-Museums lässt sich mit Kunst, Weltkunde bzw. Geschichte verknüpfen, wenn Lehrkräfte auf anderen Gebieten als in dieser Vorlage noch Schwerpunkte einbringen.

Es werden Auseinandersetzungen mit verschiedenen Kernproblemen, die allen Fächern zu Grunde liegen angeregt. Das Kernproblem 1 „Grundwerte“ wird durch die Hinführung zu Kenntnissen von „religiösen Vorstellungen, aus denen Grundwerte menschlichen Zusammenlebens“ erwachsen, berücksichtigt. Konkret sind es biblische Geschichten auf Altären und auch z.B. die Legende von Laurentius, der die Kirchenschätze verschenkt.

Kernproblem 4 „Gleichstellung“ kann zum Thema werden, weil die historischen Altardarstellungen verdeutlichen, dass Frauen und Männer noch deutlicher voneinander abgegrenzte Geschlechterrollen hatten als in der Regel in der Gegenwart.

(Lehrplan für die Sekundarstufe I der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen

Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule – Evangelische Religion, s. 16)

Zu der Vermittlung von Kompetenzen

„In der Auseinandersetzung damit [, dass mit Kompetenzzuwachs der verbreiteten Ratlosigkeit in den Fragen der Gestaltung des eigenen Lebens entgegen gewirkt werden kann,] möchten die Schüler und Schülerinnen häufig auch erfahren, welche Fragen, Probleme und Antworten es in der Vergangenheit gegeben hat. Um sich mit solchen Zusammenhängen kompetent befassen und sie für das eigene Suchen fruchtbar machen zu können, stellt der Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern exemplarisch biblisches, religiöses und theologisches Grundwissen zur Verfügung. Er vermittelt die benötigte Methodenkompetenz, damit diese Beispiele sachlich richtig aufgenommen und interpretiert werden können. Dabei geht der Religionsunterricht davon aus, dass in den verschiedenen biblischen, religiösen und theologischen Äußerungen Deutungen menschlicher Grunderfahrungen vorliegen, die auch für die konkreten existentiellen Fragen der Schüler und Schülerinnen relevant sein können, sei es als Modellfall für eigene Fragen und Antworten, sei es als Gegenentwurf dazu, um sich der eigenen Position zu vergewissern und diese weiterzuentwickeln. Insofern hat der Zuwachs an Methodenkompetenz immer nur dienende Funktion und ist nicht Selbstzweck.

Es ist erforderlich, dass solches Lernen ganzheitlich ist, also nicht nur den kognitiven Bereich betont, sondern insbesondere den affektiven Bereich miteinbezieht.“ (ebenda, S. 18)

Im Themenbereich 3 des Lehrplans: „Die Frage nach Gott“ finden sich etliche Unterthemen, die sich mit Darstellungen auf den Altären verbinden lassen. Für den 7. und 8. Jahrgang ist es das Unterthema 5 „Menschen suchen Gott – Menschen zweifeln an Gott“ mit Inhalten wie zum Beispiel „Wir machen uns ein Bild von Gott“.  Dazu finden wir auf hier vorgestellten Altären Gottesdarstellungen und wir sehen, wie vor einigen Jahrhunderten verschiedene Gottesbilder durch Altäre vermittelt wurden (ebenda, S. 24).

Unterrichtliche Voraussetzungen

Fachlich sind wenige Voraussetzungen zwingend. Eine vorausgehende Auseinandersetzung mit anderen Altären ist sicher hilfreich. Die Funktion von Altären wird während des Museumsbesuchs nicht thematisiert und sollte den Schülerinnen und Schülern vorher bekannt sein. 

Die Klassen sollten gewohnt sein, in selbstständig in Gruppen zu arbeiten. Außerdem sollten sie wissen, was ein Standbild ist und möglichst damit schon Erfahrungen haben.